• Mittwoch, 17. Januar 2018
Loser/Altaussee, Foto: www.loser.at
Loser/Altaussee, Foto: www.loser.at

26 Jahre Sonnenstrom am Loser – Österreichs älteste Photovoltaik Anlage im Hochgebirge

1988 fiel die Entscheidung im Ausseerland am Südhang des Losers die erste große PV-Anlage Österreichs zu errichten. Damals ein Experiment, liefert sie heute erstaunliche Praxisdaten über die Lebensdauer von PV-Anlagen.

Rund zehn Jahre nach dem ersten weltweiten Anschluss einer PV-Anlage an den Netzverbund wurde auch in Österreich die erste Hochgebirgsanlage in Betrieb genommen. Auf dem Loser-Südhang wurde 1988 in 1.600 Meter Höhe die damals höchstgelegene, netzgekoppelte PV-Anlage Österreichs errichtet. Um umgerechnet 440.000 Euro konnte das Projekt von der damaligen OKA und dem Verbund umgesetzt werden. Die Leistung von 30kWp erzielt die Anlage aus 263 m2 Paneelfläche und betreibt damit auch den nahegelegenen Sessellift.

Praxisdaten aus über einem Vierteljahrhundert

Während der 26 Betriebsjahre blieb der Ertragsverlust der PV-Anlage durch altersbedingte Degradation mit rund 10 Prozent deutlich geringer als erwartet (und damit auch unter den gängigen Herstellergarantien von 80 Prozent Leistung nach 20 Jahren). Lediglich einmal wurden die Wechselrichter auf modernere Modelle umgestellt, wodurch sich der jährliche Stromertrag von 25.000 auf 35.000 kWh erhöhte. Weitere Erkenntnisse: das Verfärben der Schutzschicht aufgrund der optischen Alterung hat keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Paneele. Und auch die hochalpine Lage der PV-Anlage beeinflusst die Ertragssituation kaum. Die Monate Juni und Juli haben sich in den Alpen als die ertragreichsten erwiesen. Bei Flächenanlagen in niedrigeren Gefilden sind es die Monate April und Mai. Zurückzuführen ist das auf den optimalen Wirkungsgrad der PV-Zellen in der Kombination von Sonnenstunden und möglichst kühlen Zellentemperaturen. Die negativen Einflussgrößen von Hochnebel im Flachland bzw. Schneebedeckung in den Alpen gleichen sich in etwa aus.

Während bei der Errichtung der über ein Vierteljahrhundert alten Anlage die Technologie noch belächelt wurde, gilt sie heute als „State of the Art“. Photovoltaik trägt heute einen wesentlichen Beitrag zur Stromproduktion bei und die Anlage am Loser liefert dabei wertvolle Erkenntnisse über die Langzeitentwicklung von PV-Anlagen. Die Paneele, Fundamente und Aufstellungen haben sich trotz widrigsten Wetterbedingungen in den Alpen bewährt. Beruhigende Daten für den normalen Hausbesitzer, der mit dem Gedanken liebäugelt, auf Eigenstromerzeugung durch PV-Anlagen umzusteigen. Die Anlage am Loser läuft dabei weitgehend wartungsfrei. Nur einmal im Jahr wird sie von den Technikern der Energie AG kontrolliert. In den ersten 25 Jahren (von 31. Mai 1988 bis 30. Mai 2013) hat die Anlage dabei 708.500 kWh Strom erzeugt.

Seit 2011 steht die neue höchstgelegene PV-Anlage Österreichs und Europas auf 1.900 Metern im steirischen Oberzeiring und zählt dabei mit 2 Megawatt-Peak auch zu den leistungsstärksten Anlagen Österreichs. Eine der ältesten in Betrieb befindlichen Solaranlagen Europas wird vom Energielabor der Universität Oldenbourg beheimatet. Ihre 336 Module liefern bereits seit 1976 Strom für das Universitätslabor. Besonders beeindruckend: Die Solarzellen liefern nach 38 Jahren noch immer Betriebsdaten in nahezu unveränderter Qualität.

PV-Anlage, Loser, LT1
PV-Anlage Loser, Foto: LT1

 

 

 

 

 

 

 

 

PV-Anlage am Loser in Zahlen:

Spitzenleistung: 30.000 Watt

Sonnenzellenfläche: 263 m2

Modulneigung: 60 Grad

Jahresproduktion: 33.000 kWh

Inbetriebnahme: Ende 1988

Standort: 1.600 Meter Seehöhe, Südhang des Loser/Altaussee

 

LT1 TV-Bericht über 25 Jahre Photovoltaik Loser:

http://www.lt1.at/tv-berichte/alle/15657

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