• Mittwoch, 17. Januar 2018
Foto: Dieter Kühl, Bergwelt Klimaschutz
Foto: Dieter Kühl, Bergwelt Klimaschutz

Bericht des Weltklimarates: Die Politik muss handeln

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen beschloss am Montag in Japan den zweiten Teil des fünften Sachbestandsberichtes zum Klimawandel. Österreichs Politiker sind aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Die intensive Klimaforschung der letzten Jahre bestätigt, dass der Mensch der Hauptverursacher für die bedrohliche Erderwärmung ist. Die vorliegenden Klimamodelle zeigen, dass die Temperatur in den letzten 30 Jahren die Wärmste seit mehr als 1.400 Jahren war. Die Meeresspiegel steigen, Gletscher schmelzen und die Jahreszeiten verschieben sich. Weltweit kämpfen Länder bereits mit den Folgen der Erderwärmung. Auch Österreich ist stark betroffen: Die im Fachmagazin „Nature Climate Change“ veröffentlichte Studie von Jongmann et al (2014), zeigt, dass sich das Risiko von Hochwasserkatastrophen bis 2050 verdoppeln wird. Ein Jahrhunderthochwasser, wie jenes in Österreich 2013, könnte dann alle zehn Jahre auftreten.

Die unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert deshalb aktives Handeln von Österreichs Politik. „Je später wir handeln, desto schwieriger wird es, die drohende Katastrophe noch abzuwenden. Wir fordern die österreichische Politik daher auf, für eine ambitionierte EU-Klima- und Energiepolitik einzustehen“, verkündet Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Der Weltklimarat warnt aber auch vor wirtschaftlichen Schäden, so verlangsamt der Klimawandel das Wirtschaftswachstum und führt zu enormen Schäden. Schon bei einer Erwärmung um zwei Grad werden die Schäden sich auf 0,2 bis zwei Prozent des Weltbruttosozialprodukts belaufen. Mit zunehmender Erwärmung nehmen die Folgen dabei immer stärker zu. „Die Schäden des Klimawandels überwiegen bei weitem die Kosten der Untätigkeit. Die Politik muss jetzt in Klimaschutz investieren, um uns und kommende Generationen zu schützen“, appelliert Wahlmüller.

Stimmen aus der Politik

In Österreich reagieren Mitglieder der Politik angesichts des jüngst veröffentlichten Bericht des Weltklimarates und sprechen sich für eine aktive Klimapolitik in Österreich aus. „Die Politik sollte die Warnungen des UN-Weltklimarates ernst nehmen und mutige Maßnahmen gegen den Klimawandel einleiten“, sagt die Grüne Klubobfrau und Bundessprecherin Eva Glawischnig. „Noch ist es nicht zu spät, zu handeln. Die Konzepte für eine Reduktion des CO2-Ausstosses liegen längst am Tisch. Schlüssel ist die grüne Energiewende, also der Umstieg von schmutzigem Öl, Gas und Kohle auf saubere und 100% erneuerbare Energieträger bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz. Fracking und Atomkraft sind jedoch Irrwege beim Klimaschutz“, so Glawischnig. „Leider hat der EU-Rat im März 2014 verabsäumt, die Weichen für eine aktive Klimapolitik zu stellen. Öl-, Gas- und Kohle- sowie Atomkonzerne und ihre Lobbyisten versuchen, getrieben von Profitgier, die grüne Energiewende aufzuhalten. Den Staats- und Regierungschefs fehlt der Mut, sich diesem Druck zu widersetzen. Die Kosten dafür zahlen die KonsumentInnen und die Wirtschaft. Dabei eröffnet die Energiewende große – auch wirtschaftliche Chancen. Europa würde unabhängiger von teuren Öl und Gasimporten aus Russland oder Kasachstan, der Umstieg auf erneuerbare Energie könnte in Österreich zehntausende neue grüne Arbeitsplätze schaffen”, ist Glawischnig überzeugt.

Eines ist sicher: Der Klimawandel gefährdet unsere Lebensgrundlagen und ist damit die zentrale Herausforderung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Wenn es nicht gelingt den Klimawandel in einem für das Ökosystem erträglichem Maß zu halten, drohen laut Weltklimabericht schwere, tiefgreifende und irreparable Folgen.

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