• Mittwoch, 17. Januar 2018

atomsonne

 

Drei Jahre nach Fukushima: Situation weiterhin nicht unter Kontrolle!

Die Situation in Japan bleibt auch drei Jahre nach dem Unglück in Fukushima angespannt und die Hauptbetroffenen der Katastrophe sind nach wie vor jene Menschen, die
durch das Reaktorungl
ück ihre Häuser verlassen mussten.

 

Drei Jahre nach der verheerenden Atomkatastrophe in Fukushima ist die Situation in und um die havarierten Reaktoren 1 bis 4 nach wie vor nicht unter Kontrolle. Besonders das vergangene Jahr war geprägt durch den Austritt zehntausender Tonnen kontaminierten Wassers in den pazifischen Ozean, undichten Stellen an Verbindungsrohren und der Verstrahlung von Arbeitern, die bis heute
versuchen, 340 Millionen Liter an kontaminiertem Wasser sicher zu verwahren. „Dass die japanische Regierung nichts aus der nuklearen Katastrophe gelernt hat, zeigen die Pläne des Ministerpräsidenten Shinzo Abe, der ankündigte, einige der 48 stillgelegten Reaktoren
wieder hochfahren zu wollen. Derzeit ist kein Reaktor in Japan in Betrieb“, stellt Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin von Greenpeace, klar.

 

100.000 Menschen noch immer ohne dauerhaften Wohnsitz!

Hauptbetroffene der Katastrophe sind nach wie vor jene Menschen, die durch das Reaktorunglück ihre Häuser verlassen mussten. Bis heute können 160.000 Menschen nicht in ihre Wohnungen zurück, etwa 100.000 Menschen leben in Übergangsbehausungen. Und auch die Übernahme der Folgekosten durch die Katastrophe bleibt weiterhin ungeklärt. „Die Folgekosten der Katastrophe von Fukushima liegen bei rund 160 – 180 Milliarden Euro“, schätzt die Greenpeace-Sprecherin. Internationale Haftungsregimes sehen zudem vor, dass AKW-Betreiber nur für einen Bruchteil der wahren Folgekosten eines nuklearen Unfalls aufkommen müssen. Die Konventionen sehen eine Übernahme der Haftung im Schadensfall zwischen 350 Millionen und 1,5 Milliarden Euro vor.

 

Neue AKWs vor den Toren Österreichs in Planung.

Derzeit wird auf EU-Ebene an der Energiezukunft bis 2030 gearbeitet. Länder wie Großbritannien, Frankreich, aber auch Tschechien stellen sich aktuell um Förderungen für neue Atomkraftwerke in Europa an. Der Richtungskampf um die zukünftige Energieversorgung Europas ist derzeit voll im Gang. Während sich Deutschland weiterhin für die verbindlichen Ziele von CO2-Reduktion, Ausbau der erneuerbaren Energie und Energieeffizienz einsetzt, könnten in Zukunft nahe der österreichischen Grenzen weitere Atomkraftwerke entstehen. „Um dies zu verhindern, benötige es neben der Verfolgung von ambitionierten und verbindlichen Klima- und Energiezielen auch das konsequente Vorantreiben von Allianzen mit starken Verbündeten wie Deutschland“, so die Energiesprecherin von Greenpeace.

 

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