• Mittwoch, 17. Januar 2018

Fleischkonsum schadet Umwelt

Erhöhter Fleischkonsum schadet der Umwelt

Eine Studie von der WWF und der Wirtschaftsuniversität zeigt jetzt, dass der hohe Fleischkonsum der Österreicher die Umwelt massiv schädigt. Ein Österreicher verursacht dadurch so viele CO2-Emissionen wie eine Autofahrt von Wien nach Hong Kong.

Um an diese beträchtliche Zahl zu gelangen, wurde die Gesamtnahrungsmittelkette berücksichtigt – von der Düngemittelerzeugung über die Tierfutterproduktion, Transport und Verpackung bis zur Abfallentsorgung. Dabei zeigt sich, dass in absoluten Zahlen Nahrungsmittelerzeugung tierischer Herkunft überdurchschnittlich viel CO2 pro Kilogramm des Endproduktes verursachen.

Ganz oben auf der CO2 Verbrauchsliste stehen die Lamm- und Rindfleischprodukte, erklärte Liesbeth de Schutter vom Institutes of Ecological Economics der Wirtschaftsuniversität. Demnach verursachen auch Wiederverkäufer Emissionen und brauchen riesige Weideflächen.

Zum Vergleich: Im Mittelfeld der durchschnittlichen Emissionsfaktoren liegen Getränke, fertig verarbeitete Gemüseprodukte und Backprodukte. Die Nahrungsmittel mit den niedrigsten Emissionen sind unverarbeitete Lebensmittel wie Tomaten, Karotten, Äpfel oder Salat.

Österreich höchsten EU- pro Kopf Verbrauch an Fleisch

Laut Zahlen der FAO ist Österreich beim Fleischverbrauch mit jährlich 100 Kilogramm pro Kopf Spitzenreiter in der EU. Somit aß im Jahr 2014 jeder Österreicher laut Statistik Austria pro Tag im Schnitt 180 Gramm.

Ab dem Verzehr von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch täglich steigt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 18 Prozent. Bei 100 Gramm täglich steigt das Risiko um weitere 17 Prozent.

Umwelt schützen mit gesunder Ernährung

Friederike Klein, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF, spricht beim Umweltschutz durch gesunde Ernährung von einer „Win-Win-Situation“. Die aktuelle Ernährung der Österreicher ist für ein Viertel des ökologischen Fußabdruckes verantwortlich. „So wie wir uns verhalten, essen wir unseren Planeten regelrecht leer“. Zudem landet in Österreich noch ein Drittel der Lebensmittel im Müll.

Was gibt es zu ändern?

Schon die kleinsten Änderungen können unser Ernährungsverhalten umweltschonender machen, betont die WWF. Die Verschwendung von Lebensmittel kann mit guter Planung und verbesserter Lagerung verringert werden, saisonale und regionale Produkte sollen bevorzugt gekauft werden. Denn diese sparen weite Transportwege und Treibhausgase.“ Gemüse in Massen und Fleisch in Maßen“ sowie „bittet Bio“, sagt Klein. Doch auch Konzerne, Unternehmen und die internationale Politik sind gefordert. Beim Konsumenten soll für mehr Bewusstseinsbildung für Lebensmittel und deren Emissionen gesorgt werden.

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