• Mittwoch, 17. Januar 2018

Gentechnik - Fluch oder Segen?

Wie in den meisten Artikeln greifen wir wieder Themen auf, über die schon lange diskutiert wird.  Diesmal geht es um Gentechnik bei Nutzpflanzen und Tieren. Die Chemieunternehmen versprechen enorme Vorteile, wie ein geringerer  Gebrauch von Pestiziden, mehr Ertrag, hypoallergene Produkte  und z.B. mit Vitamin A versetzter Reis für Krisenländer. In Wahrheit sieht es jedoch anders aus.

Dadurch, dass Pflanzen pestizid-resistent sind, wird oft mehr Chemie auf den Feldern versprüht, um mögliche Schädlinge im Vorhinein abzutöten. Außerdem ist nicht bekannt, wie viel Reis man zu sich nehmen müsste, um den Vitamin A Bedarf zu decken –  oder dass durch die extreme Produktionssteigerung und einseitige Nutzung der Felder die Anbaufläche immer mehr ausgelaugt wird.

Die viele Antibiotika, die in der Landwirtschaft verwendet werden, machen der genmanipulierten Pflanze zwar nichts aus, aber sie werden von den Pflanzen aufgenommen und an uns Menschen und auch an Tiere weitergegeben, was dazu führt das immer mehr Krankheitserreger nach und nach antibiotikaresistent werden.

Transgene Pflanzen – die Zukunft?

Auch darauf hat die Lebensmittelindustrienatürlich eine vermeintliche Antwort: Transgene Pflanzen – die sogenannte grüne Gentechnik! Konkret bedeutet das, dass der Pflanze oder dem Tier bestimmte Gen-Segmente „eingebaut“ werden, die sie von Vornherein für Schädlinge giftig und somit tödlich machen. So wird beispielsweise Mais mit Bodenbakterien behandelt, die dafür sorgen, dass Insekten beim Fressen der Pflanze sterben.

Die Hersteller behaupten, dass diese Vorgehensweise für Menschen unbedenklich ist  und argumentieren mit den von ihren Konzernen durchgeführten Untersuchungen. Allerdings dauern diese „Tests“ nur 30 Tage, werden an Tieren durchgeführt, welche ein stärkeres Immunsystem haben als Menschen, und beweisen nur, dass der Verzehr der Pflanzen nicht akut toxisch ist. Ihre subtoxische, allergene und chronische Wirkung auf Menschen ist bisher in keiner Weise dokumentiert und  entweder durch Nachlässigkeit oder mit Absicht nicht erfasst worden.

Zudem schränken genmanipulierte Pflanzen und Nutztiere die Rechte der Farmer und Landwirte ein und verdrängen die Artenvielfalt, indem sie viel resistenter gegenüber Schädlingen, Parasiten, Keimen und dem Klima sind und sich so in jeden Lebensraum verbreiten.

Gentechnik als Wundermittel gegen Hunger?

Die Erwartungen an die Gentechnik sind von allen Seiten viel zu hoch. Das meist verwendete Argument für die Gentechnik ist, dass es helfen soll, die Hungersnöte auf der Welt zu bekämpfen und die steigende Weltbevölkerung zu ernähren. So einfach ist es aber natürlich nicht.

Zahlreiche Studien vieler internationaler Organisationen und Wissenschaftler bestätigen, dass nur das Modell einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die die ökologischen Grundlagen erhält, anstatt sie zu zerstören, eine wachsende Weltbevölkerung  ernähren kann. Der Einsatz der Gentechnik wird nach Einschätzung vieler Wissenschaftler dabei kaum hilfreich sein.

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