• Mittwoch, 17. Januar 2018

Google schafft weltweiten Internetzugang

 Am Montag verkündete Google die Übernahme des Luft- und Weltraumunternehmen Titan Aerospace. Mit dem Kauf des Start-Ups will der Suchmaschinengigant das Internet in die entlegensten Winkel der Erde bringen.

Obwohl die Internettechnologie heutzutage sehr weit fortgeschritten ist, gibt es nach wie vor Länder, die keinen Zugang zum Netz haben. Besonders betroffen sind davon Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen die technische Infrastruktur kaum vorhanden ist und Verbindungskosten extrem hoch sind. Suchmaschinengigant Google und das führende soziale Netzwerk Facebook liefern sich deshalb einen Wettkampf um die globale Internetversorgung. Bereits im März kaufte Facebook den britischen Drohnen-Entwickler Ascenta, mit dem Ziel, Internetzugänge in entfernte Regionen zu bringen. Dieses Ziel verfolgt auch Google und gab am Montag die Übernahme des amerikanischen Weltraumunternehmens Titan Aerospace bekannt. Mit dem Kauf des Solardrohnen-Hersteller hat sich das Suchmaschinenunternehmen einen Partner geholt, der an der Entwicklung eines Roboters arbeitet, der für fünf Jahre am Stück, hoch über der Erde fliegt und Menschen, die vorher noch nie im Netz waren, Zugang zum Internet verschafft und das nur mit der Kraft der Sonne. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Die Idee von Titan Aerospace ist nicht neu. Bereits im Jahre 1974 entwickelte AstroFlight, ein amerikanischer Modelflugzeugbauer, das erste Solarflugzeug und manövrierte es damals erfolgreich über einen ausgetrockneten See. Der Unterschied heute ist, dass die Solardrohnen von Titan Aerospace bis zu 5 Jahren in einer Höhe von knapp 20 km über der Erde fliegen. Dabei sind sie in der Lage Echtzeitaufnahmen der Erde in hoher Auflösung zu machen, Messungen der Atmosphäre über Sensoren durchzuführen sowie Daten und Sprache zu übertragen. Diese Art Technologie könnte auch anderen Geschäftsbereichen von Google helfen, wie beispielsweise dem Kartendienst Google Maps.

Bisher schaffte es kein Unternehmen verlässliche Systeme auf den Markt zu bringen. Der Erfolg scheiterte an ineffizienter Photovoltaik, begrenzten Batteriespeichern und der Standhaftigkeit des ultraleichten Materials der Fluggeräte. Vern Raburn, Geschäftsführer von Titan Aerospace, gibt an, dass sich Schlüsseltechnologien bereits stark weiterentwickelt haben. Im Vergleich zum Jahre 1970 stieg die Effizienz von Solarzellen um bis zu 30%. Auch die Batterietechnologie steht einer rasanten Entwicklung gegenüber.

Die Idee ist nicht aus der Luft gegriffen

Dem 20-köpfigen Team von Titan Aerospace ist es gelungen, bisher unlösbar geglaubte Probleme zu bewältigen. Solara 50 heißt das in der Entwicklung befindliche Drohnen-Modell und wartet mit erstaunlichen technischen Kompetenzen auf. Mit einer Flügelspannweite von rund 50 Metern, erreicht die Drohne Ausmaße, die an ein Boeing-767-Passagierflugzeug erinnern. Insgesamt 3000 Solarzellen bedecken die Tragfläche und stellen genügend Strom her, um den Roboter zu betreiben. Die Lithium-Ionen Batterien, die ebenfalls an den Tragflächen angebracht sind, speichern genügend Strom, um das Fluggerät auch nachts betreiben zu können. Die gesamte Technik und der intelligente Bordcomputer, der Daten sammelt und liefert, sind in einem Gewicht von rund 175 Kilogramm vereint. Das Material der Drohne ist überdies hinaus wetterresistent und hält auch schwierige Wetterverhältnisse aus. „Wir stehen zwar noch am Anfang, aber atmosphärische Satelliten können dabei helfen, Millionen von Menschen einen Internetzugang zu bieten“, sagte ein Google-Sprecher.

Ob und wann die solarbetriebenen Drohnen in Betrieb genommen werden bleibt vorerst noch unklar. Titan Aerospace will 2015 mit der Vermarktung beginnen.

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