• Mittwoch, 17. Januar 2018
Bioverpackung © MycoBond

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Pilze statt Styropor: Verpackungsmaterial mal anders

Polystyrol (bzw. Styropor) ist einer der meist verwendeten Kunststoffe der Welt. Egal ob als Dämmmaterial für Häuser oder als Verpackungsmaterial in Form von Joghurtbecher, überall findet man dieses hilfreiche Produkt in unserem Alltag. Für die Umwelt ist dieser Stoff jedoch alles andere als praktisch. Eine natürliche Alternative aus biologischen Abfällen und Pilzen soll die giftigen Materialien in Zukunft ersetzen.

Polystyrol Produkte sind nicht biologisch abbaubar, sprich sie verrotten nicht und werden daher in immer größer werdenden Mülldeponien endgelagert. Es bestehen bereits 25 Prozent aller Mülldeponien aus Styropor. Darüber hinaus bedarf es rund 1,5 Liter Benzin, um einen einzigen Würfel Styropor herzustellen. Dieser wird dann oftmals für ein Verpackungsmaterial verwendet, welches nach bereits einmaliger Benutzung wieder im Müll landet. Styropor wird nicht nur in Verpackungen, sondern auch in Schaufensterpupen, Surfboards, Spielzeuge usw. verwendet und das mit teils gefährlichen Konsequenzen.

Denn neben dem Entsorgungsproblem verursacht Styropor auch gesundheitliche Probleme, da das Material krebserregende Stoffe enthält, die oft über tausende von Jahren erhalten bleiben. Werden Polystyrol Stoffe nicht richtig entsorgt, können sie in die Atemluft und somit auch in unsere Lungen gelangen. Die Umwelt- und gesundheitliche Belastung durch Styropor hat nun aber eine natürliche Antwort: Pilze! In den USA forscht bereits eine kleine Firma (Ecovative Design) an einer Alternative aus Pilzzellen (Myzel) und versorgt sogar einige Möbelhersteller mit ihrem Styroporersatz.

Zurück zur Natur: Styroporersatz aus Pilzzellen

Der natürliche Styroporersatz aus Pilzen wird aus einem pasteurisierten Substrat verschiedenster Bioabfälle wie Weizenspreu oder Sägespäne hergestellt. Dabei wird es mit speziellen Pilzkulturen vermischt und wird dann je nach Bedarf in die richtige Form gebracht. Die Pilze ernähren sich von dem Biomüll und wachsen nach etwa 5 Tagen zu einer kompakte Masse heran, die anschließend getrocknet wird. Der auf diese Weise enstandene zu 100 % abbaubarer Ersatz für Styropor eignet sich beispielsweise hervorragend zum Postversand von Weinen, für die Automobilindustrie oder auch im Baugewerbe als Türfüllung oder ähnliches.

Der Vorteil von diesem Myzel-Styropor ist enorm. Man kann ihn praktisch überall auf der Welt züchten, sogar zu Hause. Es bleibt auch kein krebserregender Abfall zurück, der Jahrzehnte überdauert, sondern erhält Kompost, den man dann zum Beispiel als Blumenerde wieder verwenden kann. Hinzu kommt noch, dass es um einiges kostengünstiger ist, da keine teuren und seltenen Rohstoffe gebraucht werden, es nicht hergestellt wird, sondern natürlich wächst und man es auch einfach essen könnte, wenn man über den bitteren Geschmack hinwegsieht.

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