• Sonntag, 21. Januar 2018
Foto: flickr, https://www.flickr.com/photos/lorenzwalthert/
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San Francisco: Verbot von Wasser aus Plastikflaschen

Die Stadt San Francisco im US Bundesstaat Kalifornien hat Anfang März ein Verbot über den Verkauf von Wasser in Plastikflaschen erteilt. Das Ziel, müllfrei zu sein, will die Stadt mit dem Jahr 2020 erreicht haben.

San Francisco gilt bereits als die zweitgrünste Stadt Amerikas. Schon mit dem im Jahre 2007 realisierten Plastiktütenverbot in großen Lebensmittelläden und Drogeriemärkten, ging die Metropole einen großen Schritt in Richtung Umweltschutz. Mit dem Verbot für den Verkauf von PET-Einweg-Flaschen setzt San Francisco als erste Stadt weltweit ein solches Verbot durch und entlastet damit die Umwelt erheblich.

Die PET-Einweg-Flasche ist ein durch Polyethylenterephthalat hergestelltes Verpackungsmaterial und wird überwiegend in der Getränkeindustrie verwendet. Dabei sind rund 90 Prozent der PET-Verpackungen Einwegflaschen und das geht zu Lasten der Umwelt.

Mit einem detaillierten Konzept für die Zukunft will San Francisco bis zum Jahr 2020 müllfrei sein. Vor Kurzem hat die Stadt ein Verbot für den Verkauf von PET-Einweg-Flaschen an öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen eingeführt – nur ein Vorgeschmack dessen, was die Stadt für die nahe Zukunft geplant hat.

Wenn der definitive Beschluss durchgeht, sollen alle Plastikflaschen mit einem Gesamtvolumen von 0,6 Liter oder weniger bis 2020 aus dem Verkauf verschwinden. Davon ausgenommen sind spezielle Sportveranstaltungen und auch im Falle von Wassermangel ist der Verkauf gestattet.

Die Gegner

Das Vorhaben sei eine Lösung für ein erfundenes Problem, argumentiert die American Beverage Association (ABA). Die Organisation vertritt die Interessen der Produktions- und Abfüllfirmen von Softgetränken und abgefülltem Wasser. Weiteres erklärt die ABA, dass ein Verkaufsverbot von Plastikeinweglaschen völlig unnötig sei, weil es in San Francisco gute Recycling-Anlagen gebe. Dennoch gilt: Als Vorzeigestadt ist dieses Ziel sehr löblich, denn die USA gilt als der weltweit größte Konsument von PET-Einweg-Flaschen. Insgesamt kaufen die Amerikaner 29 Milliarden Flaschen pro Jahr.

Ideen aus Wien

Zwar gilt die USA als der Spitzenreiter beim Konsum von abgefülltem Wasser, geht es aber um den Pro-Kopf-Verbrauch, steht Österreich weltweit an 13. Stelle. Jährlich trinkt der durchschnittliche Österreicher bis zu 90 Liter Wasser aus der Plastikflasche. Wenn man bedenkt, dass eine herkömmliche PET-Flasche bis zu 1,5 Liter fassen kann, dann entsteht pro Kopf eine beachtliche Menge Müll im Jahr. Wo doch in Österreich das Wasser aus dem Hahn absolut sauber ist.

Das haben sich auch Georg Tarne und Paul Kupfer vom Start-up Unternehmen soulbottles ausgerechnet. Weil die Beiden der Meinung waren, dass Wasser nicht aus Plastik getrunken werden sollte, es aber bisher auch keine coole Alternative gab, verkaufen sie heute Glasflaschen mit trendigen und spülmaschinenfesten Designs drauf. Und dass hinter einer sauberen Lösung nicht immer ein Verbot stecken muss, das beweist das Konzept von soulbottles. Bereits über 5.000 Menschen zählt das Unternehmen zu seinen Kunden. Vielleicht schaffen es die trendigen Trinkflaschen bald in die amerikanischen Haushalte. Dann wäre das geplante Verbot für die Einwohner von San Francisco leicht verkraftbar.

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