• Mittwoch, 17. Januar 2018
Offshore-Windpark, Foto: Kim Hansen
Offshore-Windpark, Foto: Kim Hansen

Stromspeicherung am Meeresgrund

Kreative Lösungen sind beim Stromspeichern gefragt. Eine unkonventionelle Lösung stellen dabei Turbinenhallen auf dem Meeresgrund dar, die Stromüberschüsse von Windparkanlagen zwischenspeichern.

Saubere Stromproduktion durch Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse ist nur eine Seite der Nachhaltigkeits-Medaille. Auch für die Stromspeicherung sind kreative Lösungen gefragt, die Stromüberschüsse bis zur weiteren Verwertung zwischenspeichern. Eine besonders ausgefallene Lösung stammt dabei vom Unternehmen ‚Subhydro’, die Turbinenhallen am Meeresgrund errichten wollen.

Wie eine riesige Batterie im Meer

Turbinenhallen am Meeresboden könnten künftig die Aufgabe übernehmen, Stromüberschüsse zu speichern, ähnlich dem Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerks an Land. Auf 400 bis 800 Metern Tiefe werden unterseeische Turbinenhallen errichtet, die als Speichermedium für nahegelege Offshore-Windparks dienen. Die Funktionsweise: Tobt etwa ein Sturm und die rotierenden Windräder produzieren einen Stromüberschuss, wird diese Energie genutzt, um die Halle leer zu pumpen. Soll die gespeicherte Energie später abgerufen werden, können die Schleusen der Halle geöffnet werden und das mit sehr hohem Druck hereinströmende Wasser treibt die Turbinen im Inneren der Halle an. Der hohe Wasserdruck dient daher zur Energiegewinnung und funktioniert ähnlich wie beim Öffnen der Luke eines U-Boots, die in tiefem Wasser geöffnet wird und durch die Wasser mit enormer Kraft ins Innere strömt.

Größte Herausforderung für das Projekt stellen die Hallenwände dar. Sie müssen aus einem Material hergestellt werden, das einerseits stabil genug ist, um dem riesigen Wasserdruck standzuhalten, andererseits muss es auch die ökonomischen Vorgaben hinsichtlich der Kosten erfüllen. Die optimale Balance zwischen Stabilität und Kosten könnte durch spezielle Betonwände erreicht werden. Laut ‚Subhydro’ können die Tanks eine Leistung von einem Gigawatt speichern. Das wäre ausreichend, um bis zu 200.000 Haushalte gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Eine tatsächliche Umsetzung erhoffen sich die Verantwortlichen bei ‚Subhydro’ durch den riesigen Vorteil, dass diese Speichersysteme dort installiert werden können, wo große Windanlagen stehen und teilweise Überkapazitäten anfallen, die von den Tanks am Meeresgrund verwertet werden.

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